Im Aufwind: Kaghakatsiakan Paymanagir
+9,7 Zuwachs in den letzten 30 Tagen
Um Parteien vergleichbar zu machen, zeigen wir mit den Symbolen die politische Ausrichtung einer Partei an. Die Kategorien dienen zur groben Einordnung für einen schnellen Überblick. Genauere Informationen zu den politischen Standpunkten findest du auf den Unterseiten der Parteien.
+9,7 Zuwachs in den letzten 30 Tagen
-0,8 Verlust in den letzten 30 Tagen
Die nächste Parlamentswahl in Armenien findet in 52 Tagen statt.
Spitzenreiter im aktuellen PolitPro Wahltrend zur Parlamentswahl in Armenien ist Kaghakatsiakan Paymanagir mit 51,5%. Dahinter folgen Samvel Karapetyan mit 18,3%, Hayastan dashink mit 6,6% und Bargavatch Hayastan mit 5,9%. Sonstige Parteien erreichen 17,7% der Stimmen.
Der PolitPro Wahltrend ist mehr als eine bloße Momentaufnahme. Wir aggregieren die Daten aller relevanten Umfrageinstitute zu einem gewichteten Mittelwert für die Wahl in Armenien. Da die klassische Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“) methodisch bedingt schwankt, bietet unser Wahltrend eine statistisch belastbare Datenbasis. Er glättet kurzfristige Ausreißer und macht die reale politische Dynamik im Zeitverlauf sichtbar.
Durch die Kombination mehrerer Datenquellen minimieren wir das Risiko von Zufallseffekten. Jede Erhebung unterliegt einer statistischen Fehlertoleranz (meist zwischen 1,5 % und 3 %). Unser Umfragen-Check für Armenien zeigt präzise auf, ob der Zuwachs einer Partei eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder lediglich im Bereich der statistischen Unschärfe eines einzelnen Instituts liegt.
Die Berechnung folgt einem transparenten mathematischen Modell: Aktuelle Umfragen erhalten eine höhere Gewichtung als ältere Daten. Zudem fließt die historische Prognosegüte der Institute in die Kalkulation ein, um methodische Verzerrungen auszugleichen. Das Ergebnis ist eine valide Trendlinie, die das Parteiensystem von Armenien präzise abbildet.
Die Sperrklausel zur Wahl in Armenien liegt bei 5%.
Basierend auf dem Wahltrend würden 4 Parteien in das Parlament von Armenien einziehen: Kaghakatsiakan Paymanagir mit 64 Abgeordneten, Samvel Karapetyan mit 22 Abgeordneten, Hayastan dashink mit 8 Abgeordneten und Bargavatch Hayastan mit 7 Abgeordneten.
Die Nationalversammlung Armeniens (Asgajin Schoghow] besteht aus mindestens 101 Abgeordneten, die für eine fünfjährige Amtszeit gewählt werden. Seit der Verfassungsreform 2015 ist Armenien eine parlamentarische Republik. Das Wahlsystem ist ein Verhältniswahlrecht mit geschlossenen Listen in einem einzigen landesweiten Wahlkreis. Eine Besonderheit ist die „stabile Mehrheitsklausel“: Erreicht keine Partei oder Koalition nach dem ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit, sieht das System Mechanismen (wie Bonussitze oder eine Stichwahl] vor, um sicherzustellen, dass die stärkste Kraft über 54% der Mandate verfügt und somit stabil regieren kann.
Für den Einzug in die armenische Nationalversammlung gelten unterschiedliche Sperrklauseln: Einzelne Parteien müssen landesweit eine Hürde von 5% erreichen, während für Wahlbündnisse (Allianzen] eine höhere Hürde von 7% gilt (bei mehr als drei Parteien teilweise höher]. Trotz dieser Hürden garantiert die Verfassung, dass mindestens drei politische Kräfte im Parlament vertreten sein müssen. Sollten nur zwei Parteien die Sperrklausel überspringen, zieht die drittstärkste Kraft unabhängig von ihrem prozentualen Ergebnis dennoch in das Parlament ein, um eine parlamentarische Opposition zu gewährleisten.
Die Regierungsbildung in Armenien ist eng mit dem Wahlergebnis verknüpft. Der Premierminister wird von der parlamentarischen Mehrheit nominiert und vom Präsidenten ernannt. Da das System eine „stabile Mehrheit“ erzwingt, kommt es oft zur Bildung einer starken Regierungspartei oder eines festen Blocks. Sollte innerhalb von sechs Tagen nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse keine Koalition zustande kommen, die eine stabile Mehrheit bildet, findet eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kräften statt. Der Sieger dieser Stichwahl erhält zusätzliche Mandate, um die verfassungsrechtlich geforderte Regierungsmehrheit von 54% zu erreichen.
Im PolitPro Score für Institute bewerten wir die Zuverlässigkeit von Umfrageinstituten basierend auf ihrer Genauigkeit bei Wahlen sowie der Abweichung vom Wahltrend. Starke Abweichungen der Werte von Parteien im Vergleich zum Wahltrend sorgen für Abzüge, da sie auf Bevorzugungen oder Benachteiligungen von Parteien hinweisen können. Der Score hat einen Maximalwert von 100.
Es gibt freie Wahlen, doch die Kontrolle der Regierung und der Rechtsstaat sind begrenzt.
Armenien erreicht im PolitPro Demokratie Score 47 von 100 Punkten.
In den letzten 10 Jahren hat sich der Demokratie Score deutlich verbessert.
Der PolitPro Demokratie Score bewertet verschiedene Aspekte der Demokratie auf Basis wissenschaftlicher Daten des Projekts Varieties of Democracy (V-Dem). Das internationale Forschungsprojekt wird federführend von der Universität Göteborg (Schweden) und der University of Notre Dame (USA) geleitet. Mehr als 3.500 Expertinnen und Experten bewerten dabei die demokratische Qualität ihrer Länder nach standardisierten Kriterien. PolitPro kombiniert und erweitert diese Daten, um sie verständlich und vergleichbar darzustellen. Der Score reicht von 0 bis 100 Punkten.
Das Parlament wählt die Regierung, der Präsident hat meist nur repräsentative Aufgaben.
Die Wahl wird in nur einer Runde entschieden.
Nach der Wahl tritt die neue Nationalversammlung zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Ein wichtiger formaler Schritt ist die Bestätigung des Premierministers durch die parlamentarische Mehrheit. In Armenien hat der Premierminister eine sehr starke Stellung und verfügt über die Richtlinienkompetenz der Politik, während der Staatspräsident primär repräsentative Aufgaben wahrnimmt. Eine Besonderheit nach der Wahl ist die garantierte Zuweisung von Sitzen an nationale Minderheiten (Jesiden, Russen, Assyrer und Kurden], die über spezielle Listenplätze der Parteien ins Parlament einziehen.
Wahlberechtigt sind alle armenischen Staatsbürger ab 18 Jahren. Die politische Landschaft Armeniens hat sich seit der „Samtenen Revolution“ von 2018 stark gewandelt und ist heute von einem Wettbewerb zwischen reformorientierten Kräften und der traditionellen Opposition geprägt. Die Wahlbeteiligung schwankt oft um die 50%. Ein prägendes Thema ist die Einbindung der riesigen armenischen Diaspora, die zwar eine enorme wirtschaftliche und politische Rolle spielt, aber für die Teilnahme an nationalen Wahlen physisch in Armenien anwesend sein muss (eine Briefwahl ist nicht vorgesehen].
Organisation für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte in Europa.
Russisch geführtes Verteidigungsbündnis ehemaliger Sowjetstaaten.
Die nächste Parlamentswahl in Armenien findet am 7. Juni 2026 statt. In den nächsten 52 Tagen ist also damit zu rechnen, dass es regelmäßig neue Sonntagsfragen und Umfragewerte geben wird.
Forschungsdaten der Uni Göteborg zum Thema Demokratie. Unabhängige Politikexperten aus aller Welt bewerten politische Systeme nach wissenschaftlichen Kriterien.V-Dem – Varieties of Democracy
Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Jan Teorell, David Altman, Fabio Angiolillo, Michael Bernhard, Agnes Cornell, M. Steven Fish, Linnea Fox, Lisa Gastaldi, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Ana Good God, Allen Hicken, Katrin Kinzelbach, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Anja Neundorf, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Svend-Erik Skaaning, Jeffrey Staton, Aksel Sundström, Marcus Tannenberg, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, and Daniel Ziblatt. 2026. "V-Dem Codebook v16" Varieties of Democracy (V-Dem) Project.
Forschungsprojekt der Uni Göteborg. Internationale Politikwissenschaftler bewerten die politischen Grundhaltungen von Parteien weltweit auf Basis einheitlicher Kriterien.V-Party – Parties of the World Dataset
Staffan I. Lindberg, Nils D¨upont, Masaaki Higashijima, Yaman Berker Kavasoglu, Kyle L. Marquardt, Michael Bernhard, Holger D¨oring, Allen Hicken, Melis Laebens, Juraj Medzihorsky, Anja Neundorf, Ora John Reuter, Saskia Ruth–Lovell, Keith R. Weghorst, Nina Wiesehomeier, Joseph Wright, Nazifa Alizada, Paul Bederke, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Garry Hindle, Nina Ilchenko, Johannes von Römer, Steven Wilson, Daniel Pemstein, Brigitte Seim. 2022. Varieties of Party Identity and Organization (V–Party) Dataset V2. Varieties of Democracy (V–Dem) Project.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”