Aktuelle Sonntagsfrage zu den Parlamentswahlen in Italien (BiDiMedia, 27. August 2020)

23. August 2020 - 27. August 2020

1661 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Italien: 2027

Die nächste Parlamentswahl in Italien findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt.

Regierungsbündnis in Italien behält stabile Mehrheit

Basierend auf der Projektion von BiDiMedia würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 52,5% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von BiDiMedia?

In der Sonntagsfrage für Italien von BiDiMedia führt Lega mit 26,2%. Es folgen Partito Democratico mit 21%, Movimento 5 Stelle mit 15,2%, Fratelli d’Italia mit 14,4%, Forza Italia mit 6,1%, Italia Viva mit 3,1%, Liberi e Uguali mit 3%, Azione mit 2,4%, Europa Verde mit 1,6%, Più Europa mit 1,5%, Partito Comunista Italiano mit 1%, Popolo della Famiglia mit 0,9%, Union Valdôtaine mit 0,5% und Italia al Centro mit 0,4%.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von BiDiMedia?

75

PolitPro Score

BiDiMedia erreicht im PolitPro Score 75 von 100 Punkten.

1,6

Genauigkeit bei Wahlen

Im Schnitt weichen die Umfragewerte von BiDiMedia zwischen Vorwahlumfrage und Wahlergebnis um 1,6 Prozentpunkte ab.

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Italien liegt bei 3%.

Lega + Movimento 5 Stelle + Fratelli d’Italia
Rechts
62,8%
Lega + Movimento 5 Stelle + Forza Italia
Mitte-rechts
53,3%
Lega + Fratelli d’Italia + Forza Italia
Rechts
52,5%
Partito Democratico + Movimento 5 Stelle + Forza Italia + Italia Viva
Mitte-links
51,0%
Lega + Movimento 5 Stelle + Italia Viva
Mitte-rechts
50,0%
Lega + Movimento 5 Stelle + Liberi e Uguali
Mitte-rechts
49,8%
Lega + Fratelli d’Italia + Italia Viva
Rechts
49,3%
Lega + Fratelli d’Italia + Liberi e Uguali
Rechts
49,0%

Parlamentszusammensetzung laut BiDiMedia

Nach den aktuellen Daten von BiDiMedia würden voraussichtlich 7 Parteien die Sperrklausel überwinden und in das italienische Parlament einziehen: Lega mit 118 Abgeordneten, Partito Democratico mit 95 Abgeordneten, Movimento 5 Stelle mit 68 Abgeordneten, Fratelli d’Italia mit 65 Abgeordneten, Forza Italia mit 27 Abgeordneten, Italia Viva mit 14 Abgeordneten und Liberi e Uguali mit 13 Abgeordneten.

Das Wahlsystem in Italien

Das italienische Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern: der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati] und dem Senat (Senato della Repubblica]. Seit der Parlamentsreform 2020 wurde die Zahl der Sitze auf 400 Abgeordnete und 200 Senatoren reduziert. Das aktuelle Wahlsystem, das sogenannte „Rosatellum“, ist ein Mischsystem. Etwa 37% der Sitze werden nach dem Mehrheitswahlrecht in Einzelwahlkreisen vergeben (wer die meisten Stimmen hat, gewinnt], während rund 61% proportional über Parteilisten verteilt werden. Die restlichen Sitze sind für die Auslandsitaliener reserviert. Diese Struktur soll eine Balance zwischen regionaler Repräsentation und landesweiter Parteienstärke schaffen.

Sperrklausel und Hürden

In Italien gelten unterschiedliche Sperrklauseln, um eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Einzelne Parteien müssen landesweit mindestens 3% der Stimmen erreichen, um in die Verteilung der Proportionalmandate einbezogen zu werden. Für Koalitionen liegt die Hürde bei insgesamt 10%, sofern mindestens eine beteiligte Partei die 3%-Hürde überspringt. Stimmen für Parteien innerhalb einer Koalition, die zwischen 1% und 3% erreichen, werden der Koalition gutgeschrieben, verfallen aber für die Partei selbst. Diese komplexen Hürden zwingen Parteien oft dazu, bereits vor der Wahl große Bündnisse einzugehen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Die Regierungsbildung in Italien ist oft ein langwieriger Prozess, da die Verfassung ein „perfektes Zweikammersystem“ vorsieht: Jede Regierung benötigt das Vertrauen beider Kammern des Parlaments. Nach der Wahl führt der Präsident der Republik Konsultationen mit den Parteiführern durch und beauftragt eine Person mit der Regierungsbildung, die eine stabile Mehrheit in beiden Häusern vorweisen kann. Aufgrund des Wahlsystems sind Mehrparteien-Koalitionen fast immer notwendig. In Krisenzeiten kam es in Italien zudem mehrfach zur Bildung von „technokratischen Regierungen“, die von parteilosen Experten geführt und von einer breiten parlamentarischen Mehrheit unterstützt wurden.

Quellen der Daten und Infos

PolitPro

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