Aktuelle Sonntagsfrage zu den Parlamentswahlen in Italien (EMG, 26. Februar 2020)

25. Februar 2020 - 26. Februar 2020

1722 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Italien: 2027

Die nächste Parlamentswahl in Italien findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt.

Regierungsbündnis in Italien behält stabile Mehrheit

Basierend auf der Projektion von EMG würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 54,5% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von EMG?

In der aktuellen Sonntagsfrage zur Wahl in Italie von EMG vom 26. Februar 2020 führt Lega mit 30,1%. Es folgen Partito Democratico mit 21,2%, Movimento 5 Stelle mit 14,6%, Fratelli d’Italia mit 12%, Forza Italia mit 6,4%, Italia Viva mit 5%, Sinistra Italiana mit 2,8%, Azione mit 2,1%, Più Europa mit 1,9%, Europa Verde mit 1,8% und Italia al Centro mit 0,8%. Sonstige Parteien erreichen 1,3% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von EMG?

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Italien liegt bei 3%.

Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle + Lega
Rechts
59,5%
Partito Democratico + Movimento 5 Stelle + Lega + Forza Italia
Mitte-links
57,3%
Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle + Forza Italia
Mitte-rechts
57,0%
Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle + Italia Viva
Mitte-rechts
53,0%
Fratelli d’Italia + Lega + Forza Italia + Italia Viva
Rechts
52,8%
Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle + AVS
Mitte-rechts
52,8%
Partito Democratico + Movimento 5 Stelle + Forza Italia + Azione
Mitte-links
51,5%
Partito Democratico + Movimento 5 Stelle + Azione + Italia Viva + AVS
Links
51,0%

Parlamentszusammensetzung laut Euromedia

Nach den aktuellen Daten von Euromedia würden voraussichtlich 8 Parteien die Sperrklausel überwinden und in das italienische Parlament einziehen: Fratelli d’Italia mit 124 Abgeordneten, Partito Democratico mit 84 Abgeordneten, Movimento 5 Stelle mit 73 Abgeordneten, Lega mit 41 Abgeordneten, Forza Italia mit 31 Abgeordneten, Azione mit 18 Abgeordneten, Italia Viva mit 15 Abgeordneten und AVS mit 14 Abgeordneten.

Das Wahlsystem in Italien

Das italienische Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern: der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati] und dem Senat (Senato della Repubblica]. Seit der Parlamentsreform 2020 wurde die Zahl der Sitze auf 400 Abgeordnete und 200 Senatoren reduziert. Das aktuelle Wahlsystem, das sogenannte „Rosatellum“, ist ein Mischsystem. Etwa 37% der Sitze werden nach dem Mehrheitswahlrecht in Einzelwahlkreisen vergeben (wer die meisten Stimmen hat, gewinnt], während rund 61% proportional über Parteilisten verteilt werden. Die restlichen Sitze sind für die Auslandsitaliener reserviert. Diese Struktur soll eine Balance zwischen regionaler Repräsentation und landesweiter Parteienstärke schaffen.

Sperrklausel und Hürden

In Italien gelten unterschiedliche Sperrklauseln, um eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Einzelne Parteien müssen landesweit mindestens 3% der Stimmen erreichen, um in die Verteilung der Proportionalmandate einbezogen zu werden. Für Koalitionen liegt die Hürde bei insgesamt 10%, sofern mindestens eine beteiligte Partei die 3%-Hürde überspringt. Stimmen für Parteien innerhalb einer Koalition, die zwischen 1% und 3% erreichen, werden der Koalition gutgeschrieben, verfallen aber für die Partei selbst. Diese komplexen Hürden zwingen Parteien oft dazu, bereits vor der Wahl große Bündnisse einzugehen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Die Regierungsbildung in Italien ist oft ein langwieriger Prozess, da die Verfassung ein „perfektes Zweikammersystem“ vorsieht: Jede Regierung benötigt das Vertrauen beider Kammern des Parlaments. Nach der Wahl führt der Präsident der Republik Konsultationen mit den Parteiführern durch und beauftragt eine Person mit der Regierungsbildung, die eine stabile Mehrheit in beiden Häusern vorweisen kann. Aufgrund des Wahlsystems sind Mehrparteien-Koalitionen fast immer notwendig. In Krisenzeiten kam es in Italien zudem mehrfach zur Bildung von „technokratischen Regierungen“, die von parteilosen Experten geführt und von einer breiten parlamentarischen Mehrheit unterstützt wurden.

Quellen der Daten und Infos

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