Aktuelle Sonntagsfrage zu den Parlamentswahlen in Italien (Euromedia, 26. Oktober 2022)

26. Oktober 2022

800 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Italien: 2027

Die nächste Parlamentswahl in Italien findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt.

Mehrheit für die italienische Regierung aktuell unsicher

Basierend auf der Projektion von Euromedia würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 49,3% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von Euromedia?

In der Sonntagsfrage für Italien von Euromedia führt Fratelli d’Italia mit 28,4%. Es folgen Movimento 5 Stelle mit 17,3%, Partito Democratico mit 17%, Lega mit 9,5%, A/IV mit 8,3%, Forza Italia mit 6,7%, AVS mit 3,4%, Più Europa mit 2,6%, Italexit mit 2,6%, NM mit 0,8% und IC mit 0,4%. Sonstige Parteien erreichen 3% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von Euromedia?

76

PolitPro Score

Euromedia erreicht im PolitPro Score 76 von 100 Punkten.

1,5

Genauigkeit bei Wahlen

Im Schnitt weichen die Umfragewerte von Euromedia zwischen Vorwahlumfrage und Wahlergebnis um 1,5 Prozentpunkte ab.

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Italien liegt bei 3%.

Movimento 5 Stelle + Partito Democratico + Lega + Forza Italia
Mitte-links
55,5%
Movimento 5 Stelle + Partito Democratico + A/IV + Forza Italia
Mitte-links
54,3%
Movimento 5 Stelle + Partito Democratico + A/IV + AVS
Links
50,8%
Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle
Mitte-rechts
50,5%
Fratelli d’Italia + Lega + Forza Italia
Rechts
49,3%
Movimento 5 Stelle + Partito Democratico + A/IV
Links
47,0%
Fratelli d’Italia + Lega + AVS
Rechts
45,8%
Movimento 5 Stelle + Partito Democratico + Forza Italia
Mitte-links
45,0%

Parlamentszusammensetzung laut Euromedia

Nach den aktuellen Daten von Euromedia würden voraussichtlich 7 Parteien die Sperrklausel überwinden und in das italienische Parlament einziehen: Fratelli d’Italia mit 126 Abgeordneten, Movimento 5 Stelle mit 76 Abgeordneten, Partito Democratico mit 75 Abgeordneten, Lega mit 42 Abgeordneten, A/IV mit 37 Abgeordneten, Forza Italia mit 29 Abgeordneten und AVS mit 15 Abgeordneten.

Das Wahlsystem in Italien

Das italienische Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern: der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati] und dem Senat (Senato della Repubblica]. Seit der Parlamentsreform 2020 wurde die Zahl der Sitze auf 400 Abgeordnete und 200 Senatoren reduziert. Das aktuelle Wahlsystem, das sogenannte „Rosatellum“, ist ein Mischsystem. Etwa 37% der Sitze werden nach dem Mehrheitswahlrecht in Einzelwahlkreisen vergeben (wer die meisten Stimmen hat, gewinnt], während rund 61% proportional über Parteilisten verteilt werden. Die restlichen Sitze sind für die Auslandsitaliener reserviert. Diese Struktur soll eine Balance zwischen regionaler Repräsentation und landesweiter Parteienstärke schaffen.

Sperrklausel und Hürden

In Italien gelten unterschiedliche Sperrklauseln, um eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Einzelne Parteien müssen landesweit mindestens 3% der Stimmen erreichen, um in die Verteilung der Proportionalmandate einbezogen zu werden. Für Koalitionen liegt die Hürde bei insgesamt 10%, sofern mindestens eine beteiligte Partei die 3%-Hürde überspringt. Stimmen für Parteien innerhalb einer Koalition, die zwischen 1% und 3% erreichen, werden der Koalition gutgeschrieben, verfallen aber für die Partei selbst. Diese komplexen Hürden zwingen Parteien oft dazu, bereits vor der Wahl große Bündnisse einzugehen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Die Regierungsbildung in Italien ist oft ein langwieriger Prozess, da die Verfassung ein „perfektes Zweikammersystem“ vorsieht: Jede Regierung benötigt das Vertrauen beider Kammern des Parlaments. Nach der Wahl führt der Präsident der Republik Konsultationen mit den Parteiführern durch und beauftragt eine Person mit der Regierungsbildung, die eine stabile Mehrheit in beiden Häusern vorweisen kann. Aufgrund des Wahlsystems sind Mehrparteien-Koalitionen fast immer notwendig. In Krisenzeiten kam es in Italien zudem mehrfach zur Bildung von „technokratischen Regierungen“, die von parteilosen Experten geführt und von einer breiten parlamentarischen Mehrheit unterstützt wurden.

Quellen der Daten und Infos

PolitPro

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