Aktuelle Sonntagsfrage zu den Parlamentswahlen in Italien (Tecnè, 26. Juni 2020)

25. Juni 2020 - 26. Juni 2020

1000 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Italien: 2027

Die nächste Parlamentswahl in Italien findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt.

Regierungsbündnis in Italien behält stabile Mehrheit

Basierend auf der Projektion von Tecnè würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 59,3% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von Tecnè?

In der Sonntagsfrage für Italien von Tecnè führt Lega mit 25,8%. Es folgen Partito Democratico mit 19,8%, Fratelli d’Italia mit 16%, Movimento 5 Stelle mit 14,5%, Forza Italia mit 8,2%, Italia Viva mit 2,9%, Azione mit 2,6%, Sinistra Italiana mit 2,6%, Europa Verde mit 1,9% und Più Europa mit 1,7%. Sonstige Parteien erreichen 4% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von Tecnè?

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Italien liegt bei 3%.

Lega + Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle
Rechts
67,0%
Lega + Fratelli d’Italia + Forza Italia
Rechts
59,3%
Lega + Movimento 5 Stelle + Forza Italia
Mitte-rechts
57,5%
Partito Democratico + Movimento 5 Stelle + Forza Italia
Mitte-links
50,3%
Lega + Fratelli d’Italia
Rechts
49,8%
Lega + Movimento 5 Stelle
Mitte-rechts
48,0%
Fratelli d’Italia + Movimento 5 Stelle + Forza Italia
Mitte-rechts
45,8%

Parlamentszusammensetzung laut Tecnè

Nach den aktuellen Daten von Tecnè würden voraussichtlich 5 Parteien die Sperrklausel überwinden und in das italienische Parlament einziehen: Lega mit 123 Abgeordneten, Partito Democratico mit 94 Abgeordneten, Fratelli d’Italia mit 76 Abgeordneten, Movimento 5 Stelle mit 69 Abgeordneten und Forza Italia mit 38 Abgeordneten.

Das Wahlsystem in Italien

Das italienische Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern: der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati] und dem Senat (Senato della Repubblica]. Seit der Parlamentsreform 2020 wurde die Zahl der Sitze auf 400 Abgeordnete und 200 Senatoren reduziert. Das aktuelle Wahlsystem, das sogenannte „Rosatellum“, ist ein Mischsystem. Etwa 37% der Sitze werden nach dem Mehrheitswahlrecht in Einzelwahlkreisen vergeben (wer die meisten Stimmen hat, gewinnt], während rund 61% proportional über Parteilisten verteilt werden. Die restlichen Sitze sind für die Auslandsitaliener reserviert. Diese Struktur soll eine Balance zwischen regionaler Repräsentation und landesweiter Parteienstärke schaffen.

Sperrklausel und Hürden

In Italien gelten unterschiedliche Sperrklauseln, um eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Einzelne Parteien müssen landesweit mindestens 3% der Stimmen erreichen, um in die Verteilung der Proportionalmandate einbezogen zu werden. Für Koalitionen liegt die Hürde bei insgesamt 10%, sofern mindestens eine beteiligte Partei die 3%-Hürde überspringt. Stimmen für Parteien innerhalb einer Koalition, die zwischen 1% und 3% erreichen, werden der Koalition gutgeschrieben, verfallen aber für die Partei selbst. Diese komplexen Hürden zwingen Parteien oft dazu, bereits vor der Wahl große Bündnisse einzugehen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Die Regierungsbildung in Italien ist oft ein langwieriger Prozess, da die Verfassung ein „perfektes Zweikammersystem“ vorsieht: Jede Regierung benötigt das Vertrauen beider Kammern des Parlaments. Nach der Wahl führt der Präsident der Republik Konsultationen mit den Parteiführern durch und beauftragt eine Person mit der Regierungsbildung, die eine stabile Mehrheit in beiden Häusern vorweisen kann. Aufgrund des Wahlsystems sind Mehrparteien-Koalitionen fast immer notwendig. In Krisenzeiten kam es in Italien zudem mehrfach zur Bildung von „technokratischen Regierungen“, die von parteilosen Experten geführt und von einer breiten parlamentarischen Mehrheit unterstützt wurden.

Quellen der Daten und Infos

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