Aktuelle Sonntagsfrage zur Wahl in Portugal (ICS/ISCTE, 27. Juni 2019)

15. Juni 2019 - 27. Juni 2019

801 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Portugal: 2029

Die nächste Parlamentswahl in Portugal findet voraussichtlich im Jahr 2029 statt.

Aktuelle Regierung in Portugal ohne Mehrheit

Basierend auf der Projektion von ICS/ISCTE würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 31,3% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von ICS/ISCTE?

Die jüngste Sonntagsfrage von ICS/ISCTE vom 27. Juni 2019 zur Wahl in Portugal sieht Partido Socialista mit 38% vorn. Dahinter reihen sich PSD mit 23%, Bloco de Esquerda mit 11%, CDU mit 8%, CDS–Partido Popular mit 5%, PAN mit 4%, Chega mit 1%, Aliança mit 0%, Iniciativa Liberal mit 0% und LIVRE mit 0% ein. Sonstige Parteien erreichen 10% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von ICS/ISCTE?

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Keine Sperrklausel

Bei der Parlamentswahl in Portugal gibt es keine Sperrklausel.

Partido Socialista + PSD
Mitte-links
68,3%
Partido Socialista + Bloco de Esquerda
Links
54,8%
Partido Socialista + CDU
Links
51,3%
Partido Socialista + PAN
Links
47,0%
Partido Socialista
Links
42,6%

Parlamentszusammensetzung laut ICS/ISCTE

Nach den aktuellen Daten von ICS/ISCTE würden voraussichtlich 7 Parteien die Sperrklausel überwinden und in das Parlament von Portugal einziehen: Partido Socialista mit 98 Abgeordneten, PSD mit 59 Abgeordneten, Bloco de Esquerda mit 28 Abgeordneten, CDU mit 20 Abgeordneten, CDS–Partido Popular mit 13 Abgeordneten, PAN mit 10 Abgeordneten und Chega mit 2 Abgeordneten.

Das Wahlsystem für die Parlamentswahl in Portugal

Das portugiesische Parlament, die Assembleia da República, besteht aus 230 Abgeordneten, die für eine vierjährige Amtszeit gewählt werden. Das Wahlsystem ist ein Verhältniswahlrecht, bei dem das Land in 22 Wahlkreise unterteilt ist (entsprechend den Distrikten des Festlands, den autonomen Regionen Azoren und Madeira sowie zwei Auslandswahlkreisen]. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem D’Hondt-Verfahren. In Portugal werden geschlossene Listen verwendet, was bedeutet, dass die Wähler eine Parteiliste wählen und keinen direkten Einfluss auf die Reihenfolge der einzelnen Kandidaten haben.

Sperrklausel und Hürden

Eine Besonderheit des portugiesischen Wahlsystems ist das Fehlen einer offiziellen gesetzlichen Sperrklausel (wie der 5%-Hürde in Deutschland] auf nationaler Ebene. Die Hürde für den Einzug in das Parlament ergibt sich faktisch aus der Größe des jeweiligen Wahlkreises und der Anzahl der dort zu vergebenden Mandate (natürliches Quorum]. In bevölkerungsreichen Wahlkreisen wie Lissabon oder Porto haben auch kleinere Parteien realistische Chancen auf ein Mandat, während in den kleineren Distrikten im Landesinneren oft nur die stärksten Kräfte zum Zuge kommen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

In Portugal ernennt der Präsident der Republik den Premierminister nach Konsultationen mit den im Parlament vertretenen Parteien und unter Berücksichtigung der Wahlergebnisse. Da absolute Mehrheiten selten sind, bilden sich oft Koalitionsregierungen oder Minderheitsregierungen. Ein bekanntes Modell ist die „Geringonça“ (eine informelle Unterstützung einer Minderheitsregierung durch linke Parteien]. Die Regierung muss kein formales Vertrauensvotum gewinnen, um ihr Amt anzutreten, kann aber durch die Ablehnung ihres Regierungsprogramms oder durch ein Misstrauensvotum des Parlaments gestürzt werden.

Quellen der Daten und Infos

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