Aktuelle Sonntagsfrage zur Reichstagswahl in Schweden (SCB, 28. Mai 2019)

29. April 2019 - 28. Mai 2019

9092 Befragte

Nächste Reichstagswahl in Schweden: 13. September 2026

Die nächste Reichstagswahl in Schweden findet in 122 Tagen statt.

Mehrheit für die schwedische Regierung aktuell unsicher

Basierend auf der Projektion von SCB würden die amtierenden Regierungsparteien derzeit 51,6% der Parlamentssitze erhalten.

Wer führt laut der Umfrage von SCB?

In der Sonntagsfrage für Schweden des Instituts SCB liegt Socialdemokraterna mit 27,6% in Führung. Es folgen Sverigedemokraterna mit 17,1%, Moderaterna mit 16%, Kristdemokraterna mit 13%, Vänsterpartiet mit 8,7%, Centerpartiet mit 6,9% und Liberalerna mit 3,7%. Sonstige Parteien erreichen 7% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von SCB?

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Schweden liegt bei 4%.

Socialdemokraterna + Moderaterna + Kristdemokraterna
Mitte-rechts
63,3%
Socialdemokraterna + Moderaterna + Centerpartiet
Mitte
56,4%
Socialdemokraterna + Kristdemokraterna + Centerpartiet
Mitte
53,3%
Sverigedemokraterna + Moderaterna + Kristdemokraterna
Rechts
51,6%
Socialdemokraterna + Moderaterna
Mitte
48,7%
Socialdemokraterna + Vänsterpartiet + Centerpartiet
Mitte-links
48,4%
Socialdemokraterna + Kristdemokraterna
Mitte-rechts
45,6%
Sverigedemokraterna + Moderaterna + Centerpartiet
Mitte-rechts
44,7%

Parlamentszusammensetzung laut SCB

Nach den aktuellen Daten von SCB würden voraussichtlich 6 Parteien die Sperrklausel überwinden und in den schwedischen Reichstag einziehen: Socialdemokraterna mit 108 Abgeordneten, Sverigedemokraterna mit 67 Abgeordneten, Moderaterna mit 62 Abgeordneten, Kristdemokraterna mit 51 Abgeordneten, Vänsterpartiet mit 34 Abgeordneten und Centerpartiet mit 27 Abgeordneten.

Das Wahlsystem in Schweden

Das schwedische Parlament, der Riksdag, besteht aus 349 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Das Wahlsystem ist ein Verhältniswahlrecht, bei dem 310 Sitze als feste Mandate in 29 Wahlkreisen vergeben werden. Um sicherzustellen, dass die Sitzverteilung im Parlament dem landesweiten Stimmenanteil der Parteien so genau wie möglich entspricht, werden die restlichen 39 Sitze als Ausgleichsmandate (utjämningsmandat] verteilt. Dieses System garantiert eine hohe Proportionalität und stellt sicher, dass fast jede Stimme einen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung des Riksdag hat.

Sperrklausel und Hürden

Für den Einzug in den schwedischen Riksdag gilt eine landesweite Sperrklausel von 4%. Parteien müssen diese Hürde überspringen, um an der Verteilung der Mandate teilzunehmen. Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Wenn eine Partei in einem einzelnen Wahlkreis mindestens 12% der Stimmen erreicht, kann sie dort ein Direktmandat gewinnen, selbst wenn sie landesweit unter 4% bleibt. In der politischen Praxis ist die 4-Prozent-Hürde oft entscheidend für die Regierungsbildung, da das Scheitern kleinerer Partner das gesamte Machtgefüge zwischen dem linken und dem bürgerlichen Block verschieben kann.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Schweden wendet das Prinzip des „negativen Parlamentarismus“ an. Ein Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten (Statsminister] ist gewählt, solange keine absolute Mehrheit der Abgeordneten (mindestens 175] gegen ihn stimmt. Eine aktive Ja-Stimmen-Mehrheit ist also nicht zwingend erforderlich. Dies führt in Schweden häufig zur Bildung von Minderheitsregierungen, die sich auf informelle Abkommen oder Unterstützungsparteien im Parlament stützen. Die Regierungsbildung erfordert daher oft intensives Verhandlungsgeschick, um sicherzustellen, dass eine Regierung bei wichtigen Abstimmungen wie dem Haushalt nicht blockiert wird.

Quellen der Daten und Infos

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