Aktuelle Sonntagsfrage zur Parlamentswahl in Ungarn (Republikon Intézet, 28. Februar 2024)

21. Februar 2024 - 28. Februar 2024

1000 Befragte

Nächste Parlamentswahl in Ungarn: 2030

Die nächste Parlamentswahl in Ungarn findet voraussichtlich im Jahr 2030 statt.

Wer führt laut der Umfrage von Republikon Intézet?

In der Sonntagsfrage für Ungarn von Republikon Intézet führt Fidesz/KDNP mit 37%. Es folgen Demokratikus Koalíció mit 17%, Mi Hazánk mit 9%, Momentum mit 9%, Magyar Kétfarkú Kutya Párt mit 8%, MSZP mit 5%, Jobbik mit 4%, LMP mit 4%, Párbeszéd mit 3% und NP mit 1%. Sonstige Parteien erreichen 3% der Stimmen.

Qualitätscheck: Wie verlässlich ist die Prognose von Republikon Intézet?

Rechnerische Mehrheiten und Koalitionsoptionen

0
Mehrheit ab 1 Sitzen

Sperrklausel

Die Sperrklausel zur Wahl in Ungarn liegt bei 5%.

Das Wahlsystem in Ungarn

Das ungarische Parlament (Országgyűlés] besteht aus 199 Abgeordneten, die in einem kombinierten System aus Mehrheits- und Verhältniswahl gewählt werden. 106 Abgeordnete werden direkt in Einzelwahlkreisen nach dem Mehrheitsprinzip bestimmt. Die restlichen 93 Sitze werden über nationale Parteilisten nach dem Verhältniswahlrecht vergeben. Eine Besonderheit ist das System der „Bruchstimmen“: Stimmen, die im Wahlkreis nicht zur Wahl des Siegers beigetragen haben, sowie überschüssige Stimmen des Siegers werden der nationalen Liste der jeweiligen Partei zugerechnet, was die stärksten Kräfte im Parlament zusätzlich stützen kann.

Sperrklausel und Hürden

Für den Einzug in das ungarische Parlament über die Landesliste gilt eine Sperrklausel von 5% für einzelne Parteien. Bei Wahlbündnissen aus zwei Parteien steigt diese Hürde auf 10%, bei Bündnissen aus drei oder mehr Parteien auf 15%. Diese Regelung soll eine Zersplitterung des Parlaments verhindern. Die 106 Direktmandate in den Wahlkreisen sind von dieser Hürde nicht betroffen, da dort der Kandidat mit der einfachen Mehrheit gewinnt. Zusätzlich gibt es für anerkannte nationale Minderheiten die Möglichkeit, über spezielle Vorzugsmandate mit verringerten Stimmenhürden ins Parlament einzuziehen.

Regierungsbildung und Koalitionstraditionen

Die Regierungsbildung in Ungarn ist durch das Wahlsystem so gestaltet, dass häufig eine einzige Partei oder ein fester Block eine stabile absolute oder sogar eine Zweidrittelmehrheit (verfassungsgebende Mehrheit] erreicht. Der Ministerpräsident wird vom Parlament auf Vorschlag des Staatspräsidenten gewählt. Aufgrund der starken Stellung des Ministerpräsidenten und der oft klaren Mehrheitsverhältnisse spielen klassische, langwierige Koalitionsverhandlungen in der ungarischen Politik eine geringere Rolle als in vielen anderen europäischen Staaten. Die Regierung ist dem Parlament gegenüber verantwortlich, kann aber nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt werden.

Quellen der Daten und Infos

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