Liberal'no-Demokraticheskaya Partiya Rossii
Liberal-Demokratische Partei Russlands
Liberal-Demokratische Partei Russlands
Keine Fraktion im EU Parlament
+6,6 seit der letzten Wahl
+1,2 in den letzten 3 Monaten
Das Fundament der LDPR bildet ein radikaler russischer Nationalismus, gepaart mit imperialer Nostalgie. Ihr Weltbild ist geprägt von der Vorstellung einer russischen Ausnahmestellung und dem Schutz der ethnischen Russen weltweit. Die Partei sieht den Staat als autoritäre Ordnungsmacht, die Stabilität über individuelle Freiheiten stellt. Ihr Menschenbild ist kollektivistisch: Das Individuum findet seine Bestimmung in der Stärke der Nation. Dabei nutzt sie eine bewusst provokante, oft populistische Rhetorik, um Ressentiments gegen den Westen und liberale Eliten zu schüren.
Die Agenda der LDPR konzentriert sich auf die Expansion des russischen Einflusses und die militärische Aufrüstung. Sie fordert eine protektionistische Wirtschaftspolitik und soziale Versprechen für die "einfachen Leute", insbesondere in den Provinzen. Ihre Kernzielgruppe sind männliche Wähler, das Militär und Bürger, die sich nach der verlorenen Größe der Sowjetunion oder des Zarenreichs sehnen. Spannungsfelder entstehen dort, wo die Partei radikale Forderungen stellt, um das öffentliche Diskursfeld nach rechts zu verschieben, ohne dabei die grundlegende Linie des Kremls zu verlassen.
Strategisch fungiert die LDPR als "kontrolliertes Ventil" innerhalb des russischen Machtgefüges. Sie kanalisiert nationalistisches und unzufriedenes Wählerpotenzial, das dem Staat gegenüber kritisch eingestellt sein könnte, und bindet es an das politische System. In ihrer Rolle als systemimmanente Opposition stützt sie bei entscheidenden Abstimmungen fast immer die Regierungslinie. Sie dient dem Rechtsstaat nicht als Korrektiv, sondern als Instrument zur Simulation von Pluralismus, während sie gleichzeitig extremistische Positionen gesellschaftsfähig macht.
Gesamtdauer: 2 Jahre • 2 Monate • 1 Woche • 5 Tage
Gesamtdauer: -
Gesamtdauer: 2 Jahre • 2 Monate • 1 Woche • 5 Tage
In 25% der möglichen Regierungszeit war die Partei an der Regierung beteiligt.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”