Aktuelle Regierung ohne parlamentarische Mehrheit
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Zypern 10,7% der Sitze.
Um Parteien vergleichbar zu machen, zeigen wir mit den Symbolen die politische Ausrichtung einer Partei an. Die Kategorien dienen zur groben Einordnung für einen schnellen Überblick. Genauere Informationen zu den politischen Standpunkten findest du auf den Unterseiten der Parteien.
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Zypern 10,7% der Sitze.
+1,7 Zuwachs in den letzten 30 Tagen
-1,1 Verlust in den letzten 30 Tagen
Die nächste Parlamentswahl in Zypern findet in 16 Tagen statt.
Spitzenreiter im aktuellen PolitPro Wahltrend zur Wahl in Zypern ist DISY mit 22,3%. Dahinter folgen AKEL mit 22,1%, ELAM mit 13,8%, ALMA mit 10,2%, DIKO mit 9,4%, Ámesi Dimokratía mit 9,2%, Volt mit 4%, EDEK mit 2,9%, DIPA mit 2% und KOSP mit 2%. Sonstige Parteien erreichen 2,1% der Stimmen.
Die amtierende Koalition in Zypern kommt derzeit nur auf 10,7% der Mandate und würde damit ihre Regierungsmehrheit verlieren. Dies signalisiert eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse: Ein Bündnis aus EDEK, DIKO und DIPA könnte die Regierungsarbeit nach aktuellem Stand nicht fortsetzen.
Der PolitPro Wahltrend ist mehr als eine bloße Momentaufnahme. Wir aggregieren die Daten aller relevanten Umfrageinstitute zu einem gewichteten Mittelwert für die Wahl in Zypern. Da die klassische Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“) methodisch bedingt schwankt, bietet unser Wahltrend eine statistisch belastbare Datenbasis. Er glättet kurzfristige Ausreißer und macht die reale politische Dynamik im Zeitverlauf sichtbar.
Durch die Kombination mehrerer Datenquellen minimieren wir das Risiko von Zufallseffekten. Jede Erhebung unterliegt einer statistischen Fehlertoleranz (meist zwischen 1,5 % und 3 %). Unser Umfragen-Check für Zypern zeigt präzise auf, ob der Zuwachs einer Partei eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder lediglich im Bereich der statistischen Unschärfe eines einzelnen Instituts liegt.
Die Berechnung folgt einem transparenten mathematischen Modell: Aktuelle Umfragen erhalten eine höhere Gewichtung als ältere Daten. Zudem fließt die historische Prognosegüte der Institute in die Kalkulation ein, um methodische Verzerrungen auszugleichen. Das Ergebnis ist eine valide Trendlinie, die das Parteiensystem von Zypern präzise abbildet.
Die Sperrklausel zur Wahl in Zypern liegt bei 3.5%.
Basierend auf dem Wahltrend würden 7 Parteien in das Parlament von Zypern einziehen: DISY mit 14 Abgeordneten, AKEL mit 14 Abgeordneten, ELAM mit 9 Abgeordneten, ALMA mit 6 Abgeordneten, DIKO mit 6 Abgeordneten, Ámesi Dimokratía mit 5 Abgeordneten und Volt mit 2 Abgeordneten.
Das Repräsentantenhaus in Zypern (Vouli ton Antiprosopon] wird nach einem Verhältniswahlsystem in sechs Wahlkreisen gewählt. Die Wahlkreise entsprechen den administrativen Distrikten der Insel. Insgesamt sind 80 Sitze vorgesehen, von denen jedoch faktisch nur 56 besetzt werden, da die 24 für die türkisch-zyprische Gemeinschaft reservierten Sitze seit den Verfassungskonflikten von 1963/64 unbesetzt bleiben. Wähler haben die Möglichkeit, durch Präferenzstimmen innerhalb einer Parteiliste Einfluss auf die Wahl konkreter Kandidaten zu nehmen, was den Wettbewerb innerhalb der Parteien stärkt.
Für den Einzug in das zyprische Parlament gilt eine landesweite Sperrklausel, die im Jahr 2015 auf 3,6% der gültigen Stimmen angehoben wurde. Diese Hürde muss eine Partei erreichen, um an der Verteilung der Sitze in der zweiten und dritten Phase des Auszählungsverfahrens teilzunehmen. Die Anhebung der Schwelle zielte darauf ab, eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern und stabilere Mehrheitsverhältnisse zu schaffen, während kleinere politische Bewegungen dennoch eine realistische Chance auf Repräsentation behalten.
Zypern ist eine präsidiale Republik, in der die Exekutive strikt von der Legislative getrennt ist. Der Präsident wird direkt vom Volk gewählt und fungiert sowohl als Staatsoberhaupt als auch als Regierungschef. Er stellt sein Kabinett unabhängig vom Parlament zusammen. Da der Präsident für eine stabile Gesetzgebung jedoch auf Mehrheiten im Repräsentantenhaus angewiesen ist, bilden sich oft parlamentarische Allianzen oder Koalitionen. Diese Bündnisse sind häufig zweckgebunden, um wichtige Gesetzesvorhaben oder den Staatshaushalt zu verabschieden.
Im PolitPro Score für Institute bewerten wir die Zuverlässigkeit von Umfrageinstituten basierend auf ihrer Genauigkeit bei Wahlen sowie der Abweichung vom Wahltrend. Starke Abweichungen der Werte von Parteien im Vergleich zum Wahltrend sorgen für Abzüge, da sie auf Bevorzugungen oder Benachteiligungen von Parteien hinweisen können. Der Score hat einen Maximalwert von 100.
Es gibt freie Wahlen, doch die Kontrolle der Regierung und der Rechtsstaat sind begrenzt.
Zypern erreicht im PolitPro Demokratie Score 69 von 100 Punkten.
In den letzten 10 Jahren hat sich der Demokratie Score stark verschlechtert.
Der PolitPro Demokratie Score bewertet verschiedene Aspekte der Demokratie auf Basis wissenschaftlicher Daten des Projekts Varieties of Democracy (V-Dem). Das internationale Forschungsprojekt wird federführend von der Universität Göteborg (Schweden) und der University of Notre Dame (USA) geleitet. Mehr als 3.500 Expertinnen und Experten bewerten dabei die demokratische Qualität ihrer Länder nach standardisierten Kriterien. PolitPro kombiniert und erweitert diese Daten, um sie verständlich und vergleichbar darzustellen. Der Score reicht von 0 bis 100 Punkten.
Der Präsident ist Staats- und Regierungschef und führt die Regierung selbst.
Die Wahl wird in nur einer Runde entschieden.
Nach der Wahl tritt das Repräsentantenhaus zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen, um den Parlamentspräsidenten zu wählen, der nach dem Präsidenten der Republik das zweithöchste Amt im Staat innehat. Da die Regierung nicht vom Parlament gewählt wird, gibt es keine klassischen Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung direkt nach der Wahl. Stattdessen beginnt die Arbeit in den parlamentarischen Ausschüssen, die in Zypern eine zentrale Rolle bei der Prüfung und Gestaltung von Gesetzesentwürfen spielen.
Wahlberechtigt sind alle zyprischen Staatsbürger ab dem 18. Lebensjahr. In Zypern bestand lange Zeit eine gesetzliche Wahlpflicht, die jedoch mittlerweile faktisch abgeschafft wurde, auch wenn die Beteiligung traditionell immer noch auf einem soliden Niveau liegt. Ein wichtiges Merkmal der Wählerschaft ist die starke Polarisierung zwischen den großen politischen Lagern. Zudem gibt es spezielle Regelungen für die Vertretung religiöser Minderheiten (Maroniten, Armenier und Lateiner], die jeweils einen beratenden Vertreter in das Parlament entsenden.
Europas Staatenbund mit gemeinsamen Gesetzen, Binnenmarkt und Demokratiestandards.
Organisation für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte in Europa.
Die nächste Parlamentswahl in Zypern findet am 24. Mai 2026 statt. In den nächsten 16 Tagen ist also damit zu rechnen, dass es regelmäßig neue Sonntagsfragen und Umfragewerte geben wird.
Forschungsdaten der Uni Göteborg zum Thema Demokratie. Unabhängige Politikexperten aus aller Welt bewerten politische Systeme nach wissenschaftlichen Kriterien.V-Dem – Varieties of Democracy
Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Jan Teorell, David Altman, Fabio Angiolillo, Michael Bernhard, Agnes Cornell, M. Steven Fish, Linnea Fox, Lisa Gastaldi, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Ana Good God, Allen Hicken, Katrin Kinzelbach, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Anja Neundorf, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Svend-Erik Skaaning, Jeffrey Staton, Aksel Sundström, Marcus Tannenberg, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, and Daniel Ziblatt. 2026. "V-Dem Codebook v16" Varieties of Democracy (V-Dem) Project.
Forschungsprojekt der Uni Göteborg. Internationale Politikwissenschaftler bewerten die politischen Grundhaltungen von Parteien weltweit auf Basis einheitlicher Kriterien.V-Party – Parties of the World Dataset
Staffan I. Lindberg, Nils D¨upont, Masaaki Higashijima, Yaman Berker Kavasoglu, Kyle L. Marquardt, Michael Bernhard, Holger D¨oring, Allen Hicken, Melis Laebens, Juraj Medzihorsky, Anja Neundorf, Ora John Reuter, Saskia Ruth–Lovell, Keith R. Weghorst, Nina Wiesehomeier, Joseph Wright, Nazifa Alizada, Paul Bederke, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Garry Hindle, Nina Ilchenko, Johannes von Römer, Steven Wilson, Daniel Pemstein, Brigitte Seim. 2022. Varieties of Party Identity and Organization (V–Party) Dataset V2. Varieties of Democracy (V–Dem) Project.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”