Aktuelle Regierung ohne parlamentarische Mehrheit
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in den Niederlanden 36,7% der Sitze.
Um Parteien vergleichbar zu machen, zeigen wir mit den Symbolen die politische Ausrichtung einer Partei an. Die Kategorien dienen zur groben Einordnung für einen schnellen Überblick. Genauere Informationen zu den politischen Standpunkten findest du auf den Unterseiten der Parteien.
Wahlumfragen sind keine Vorhersagen, sondern Momentaufnahmen mit statistischen Schwankungen. Um ein realistisches Bild zu erhalten, simulieren wir täglich 100.000 Wahlausgänge auf Basis des PolitPro Wahltrends im „Monte-Carlo-Verfahren“. Dabei berechnen wir typische Wählerwanderungen und politische Trends mit ein. Unser Algorithmus testet verschiedenste Szenarien – von kleinen Verschiebungen im Lager bis hin zu politischen Überraschungen – um die tatsächlichen Erfolgschancen der Parteien und Koalitionen zu ermitteln.
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in den Niederlanden 36,7% der Sitze.
+0,6 Zuwachs in den letzten 30 Tagen
-1,7 Verlust in den letzten 30 Tagen
Die nächste Parlamentswahl in den Niederlanden findet voraussichtlich im Jahr 2029 statt.
Spitzenreiter im aktuellen PolitPro Wahltrend zu den Tweede Kamerverkiezingen in den Niederlanden ist GL/PvdA mit 16%. Dahinter folgen VVD mit 13%, PVV mit 12,5%, D66 mit 12,1%, CDA mit 10,1%, JA21 mit 8,6%, FvD mit 8%, SP mit 3,1%, 50Plus mit 3%, CU mit 2,9%, PvdD mit 2,9%, SGP mit 2,5%, Denk mit 2,2%, Volt mit 1,8% und BBB mit 1,3%. Sonstige Parteien erreichen 0% der Stimmen.
Die amtierende Koalition in Niederlande kommt derzeit nur auf 36,7% der Mandate und würde damit ihre Regierungsmehrheit verlieren. Dies signalisiert eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse: Ein Bündnis aus D66, VVD und CDA könnte die Regierungsarbeit nach aktuellem Stand nicht fortsetzen.
Der PolitPro Wahltrend ist mehr als eine bloße Momentaufnahme. Wir aggregieren die Daten aller relevanten Umfrageinstitute zu einem gewichteten Mittelwert für die Tweede Kamerverkiezingen in den Niederlanden. Da die klassische Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“) methodisch bedingt schwankt, bietet unser Wahltrend eine statistisch belastbare Datenbasis. Er glättet kurzfristige Ausreißer und macht die reale politische Dynamik im niederländischen Parteiensystem im Zeitverlauf sichtbar.
Durch die Kombination mehrerer Datenquellen minimieren wir das Risiko von Zufallseffekten. Jede Erhebung unterliegt einer statistischen Fehlertoleranz (meist zwischen 1,5 % und 3 %). Unser Umfragen-Check für die Niederlande zeigt präzise auf, ob der Zuwachs einer Partei eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder lediglich im Bereich der statistischen Unschärfe eines einzelnen Instituts liegt.
Die Berechnung folgt einem transparenten mathematischen Modell: Aktuelle Umfragen erhalten eine höhere Gewichtung als ältere Daten. Zudem fließt die historische Prognosegüte der Institute in die Kalkulation ein, um methodische Verzerrungen auszugleichen. Das Ergebnis ist eine valide Trendlinie, die das Parteiensystem der Niederlande präzise abbildet.
Die Sperrklausel zur Parlamentswahl in den Niederlanden liegt bei 0.67%.
Basierend auf dem Wahltrend würden 15 Parteien in die Tweede Kamer der Staten-Generaal in den Niederlanden einziehen: GL/PvdA mit 25 Abgeordneten, VVD mit 20 Abgeordneten, PVV mit 19 Abgeordneten, D66 mit 19 Abgeordneten, CDA mit 16 Abgeordneten, JA21 mit 13 Abgeordneten, FvD mit 12 Abgeordneten, SP mit 4 Abgeordneten, 50Plus mit 4 Abgeordneten, CU mit 4 Abgeordneten, PvdD mit 4 Abgeordneten, SGP mit 3 Abgeordneten, Denk mit 3 Abgeordneten, Volt mit 2 Abgeordneten und BBB mit 2 Abgeordneten.
Die Zweite Kammer (Tweede Kamer] ist das direkt gewählte Unterhaus des niederländischen Parlaments und besteht aus 150 Abgeordneten. Die Wahl erfolgt nach einem reinen Verhältniswahlrecht in einem einzigen landesweiten Wahlkreis. Obwohl das Land formell in 20 Wahlbezirke unterteilt ist, dienen diese lediglich der Organisation; die Sitze werden basierend auf dem landesweiten Gesamtergebnis verteilt. Wähler geben ihre Stimme für einen spezifischen Kandidaten auf einer Parteiliste ab. Durch dieses System der „offenen Listen“ können Kandidaten durch genügend Vorzugsstimmen (Präferenzstimmen] in der Liste nach oben rücken und ein Mandat gewinnen, selbst wenn sie ursprünglich auf einem hinteren Platz standen.
Die Niederlande sind bekannt für die niedrigste Sperrklausel in Europa: Um in die Zweite Kammer einzuziehen, benötigt eine Partei lediglich so viele Stimmen, wie für ein einziges Mandat rechnerisch nötig sind. Dies entspricht exakt 1/150 der gültigen Stimmen (ca. 0,67%]. Es gibt keine künstliche Hürde wie die 5-Prozent-Klausel in Deutschland. Diese extrem niedrige Schwelle ermöglicht eine sehr hohe politische Vielfalt und sorgt dafür, dass auch kleine Interessen- oder Nischenparteien (wie z. B. die Partei für die Tiere oder Rentnerparteien] regelmäßig im Parlament vertreten sind, führt aber auch zu einer starken Zersplitterung.
Aufgrund der hohen Anzahl an Parteien im Parlament (oft 15 oder mehr] ist es in den Niederlanden unmöglich, dass eine Partei allein die Mehrheit von 76 Sitzen erreicht. Koalitionsregierungen aus drei, vier oder sogar fünf Parteien sind daher die Regel. Da das Wahlsystem keine stabilen Zweiparteien-Blöcke begünstigt, sind die Verhandlungen oft langwierig und kompliziert. In der jüngeren Geschichte (wie nach den Wahlen 2025] kam es vermehrt zur Bildung von Minderheitsregierungen oder „außerparlamentarischen“ Kabinetten, die für ihre Vorhaben wechselnde Mehrheiten im Parlament suchen müssen.
Im PolitPro Score für Institute bewerten wir die Zuverlässigkeit von Umfrageinstituten basierend auf ihrer Genauigkeit bei Wahlen sowie der Abweichung vom Wahltrend. Starke Abweichungen der Werte von Parteien im Vergleich zum Wahltrend sorgen für Abzüge, da sie auf Bevorzugungen oder Benachteiligungen von Parteien hinweisen können. Der Score hat einen Maximalwert von 100.
Es gibt freie Wahlen, unabhängige Institutionen und umfassende politische Rechte.
Die Niederlande erreichen im PolitPro Demokratie Score 78 von 100 Punkten.
In den letzten 10 Jahren hat sich der Demokratie Score stark verschlechtert.
Der PolitPro Demokratie Score bewertet verschiedene Aspekte der Demokratie auf Basis wissenschaftlicher Daten des Projekts Varieties of Democracy (V-Dem). Das internationale Forschungsprojekt wird federführend von der Universität Göteborg (Schweden) und der University of Notre Dame (USA) geleitet. Mehr als 3.500 Expertinnen und Experten bewerten dabei die demokratische Qualität ihrer Länder nach standardisierten Kriterien. PolitPro kombiniert und erweitert diese Daten, um sie verständlich und vergleichbar darzustellen. Der Score reicht von 0 bis 100 Punkten.
Der König oder die Königin repräsentiert den Staat, regiert wird vom gewählten Parlament.
Die Wahl wird in nur einer Runde entschieden.
Der Prozess der Regierungsbildung beginnt unmittelbar nach der Wahl mit der Ernennung eines „Scouts“ oder „Informateurs“ durch die Zweite Kammer. Dieser sondiert, welche Parteien bereit sind, miteinander zu verhandeln. Es folgen oft monatelange Gespräche, in denen ein detailliertes Koalitionsabkommen (Regeerakkoord] ausgearbeitet wird. Erst am Ende des Prozesses wird der „Formateur“ (meist der künftige Premierminister] ernannt, um das Kabinett zusammenzustellen. Eine Besonderheit ist die strikte Trennung von Amt und Mandat: Minister dürfen nicht gleichzeitig Abgeordnete sein und müssen ihr Parlamentsmandat bei Eintritt in die Regierung niederlegen.
Wahlberechtigt sind alle niederländischen Staatsbürger ab 18 Jahren. Die Wahlbeteiligung ist traditionell hoch und liegt meist zwischen 75% und 80%. Ein markantes Merkmal ist die Flexibilität: Mit einem Wahlschein (Stempas] können Bürger in jedem beliebigen Wahllokal innerhalb ihrer Gemeinde wählen. Zudem ist die Stimmabgabe per Vollmacht (Proxy-Voting] weit verbreitet und unkompliziert. Die niederländische Wählerschaft gilt als sehr mobil und wechselbereit, was in den letzten Jahren zu großen Schwankungen zwischen etablierten Volksparteien und neuen politischen Bewegungen geführt hat.
Europas Staatenbund mit gemeinsamen Gesetzen, Binnenmarkt und Demokratiestandards.
Militärisches Verteidigungsbündnis zwischen Europa und Nordamerika
Organisation für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte in Europa.
Verband reicherer Länder zur Zusammenarbeit in Wirtschaft und Entwicklung.
Die nächste Parlamentswahl in den Niederlanden findet voraussichtlich im Jahr 2029 statt. Bis dahin dienen aktuelle Wahlumfragen als wichtigstes Barometer für die politische Stimmung in Niederlande.
Forschungsdaten der Uni Göteborg zum Thema Demokratie. Unabhängige Politikexperten aus aller Welt bewerten politische Systeme nach wissenschaftlichen Kriterien.V-Dem – Varieties of Democracy
Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Jan Teorell, David Altman, Fabio Angiolillo, Michael Bernhard, Agnes Cornell, M. Steven Fish, Linnea Fox, Lisa Gastaldi, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Ana Good God, Allen Hicken, Katrin Kinzelbach, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Anja Neundorf, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Svend-Erik Skaaning, Jeffrey Staton, Aksel Sundström, Marcus Tannenberg, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, and Daniel Ziblatt. 2026. "V-Dem Codebook v16" Varieties of Democracy (V-Dem) Project.
Forschungsprojekt der Uni Göteborg. Internationale Politikwissenschaftler bewerten die politischen Grundhaltungen von Parteien weltweit auf Basis einheitlicher Kriterien.V-Party – Parties of the World Dataset
Staffan I. Lindberg, Nils D¨upont, Masaaki Higashijima, Yaman Berker Kavasoglu, Kyle L. Marquardt, Michael Bernhard, Holger D¨oring, Allen Hicken, Melis Laebens, Juraj Medzihorsky, Anja Neundorf, Ora John Reuter, Saskia Ruth–Lovell, Keith R. Weghorst, Nina Wiesehomeier, Joseph Wright, Nazifa Alizada, Paul Bederke, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Garry Hindle, Nina Ilchenko, Johannes von Römer, Steven Wilson, Daniel Pemstein, Brigitte Seim. 2022. Varieties of Party Identity and Organization (V–Party) Dataset V2. Varieties of Democracy (V–Dem) Project.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”