Aktuelle Regierung ohne parlamentarische Mehrheit
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Griechenland 43,7% der Sitze.
Um Parteien vergleichbar zu machen, zeigen wir mit den Symbolen die politische Ausrichtung einer Partei an. Die Kategorien dienen zur groben Einordnung für einen schnellen Überblick. Genauere Informationen zu den politischen Standpunkten findest du auf den Unterseiten der Parteien.
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Griechenland 43,7% der Sitze.
+2,2 Zuwachs in den letzten 90 Tagen
-1,7 Verlust in den letzten 30 Tagen
Die nächste Parlamentswahl in Griechenland findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt.
Spitzenreiter im aktuellen PolitPro Wahltrend zur Parlamentswahl in Griechenland ist Nea Dimokratia mit 30,4%. Dahinter folgen PASOK mit 14,8%, Ellinikí Lýsi mit 9,1%, Plefsi Eleftherias mit 8,5%, Kommounistikó mit 7,8%, SYRIZA mit 5%, Foní Logikís mit 3,6%, MeRA25 mit 3,3%, Dimokrates mit 2,2%, NIKI mit 1,9% und Néa Aristerá mit 1,4%. Sonstige Parteien erreichen 12% der Stimmen.
Die amtierende Koalition in Griechenland kommt derzeit nur auf 43,7% der Mandate und würde damit ihre Regierungsmehrheit verlieren. Dies signalisiert eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse: Ein Bündnis aus Nea Dimokratia könnte die Regierungsarbeit nach aktuellem Stand nicht fortsetzen.
Der PolitPro Wahltrend ist mehr als eine bloße Momentaufnahme. Wir aggregieren die Daten aller relevanten Meinungsforschungsinstitute zu einem gewichteten Mittelwert für die Parlamentswahlen in Griechenland. Da die klassische Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“) methodisch bedingt schwankt, bietet unser Wahltrend eine statistisch belastbare Datenbasis. Er glättet kurzfristige Ausreißer und macht die reale politische Landschaft Griechenlands im Zeitverlauf sichtbar.
Durch die Kombination mehrerer Datenquellen minimieren wir das Risiko von Zufallseffekten. Jede Erhebung unterliegt einer statistischen Fehlertoleranz (meist zwischen 1,5 % und 3 %). Unser Umfragen-Check für die griechische Politik zeigt präzise auf, ob der Zuwachs einer Partei eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder lediglich im Bereich der statistischen Unschärfe eines einzelnen Instituts liegt.
Die Berechnung folgt einem transparenten mathematischen Modell: Aktuelle Umfragen erhalten eine höhere Gewichtung als ältere Daten. Zudem fließt die historische Prognosegüte der Institute in die Kalkulation ein, um methodische Verzerrungen auszugleichen. Das Ergebnis ist eine valide Trendlinie, die das griechische Parteiensystem präzise abbildet.
Die Sperrklausel zur Wahl in Griechenland liegt bei 3%.
Basierend auf dem Wahltrend würden 8 Parteien in das griechische Parlament einziehen: Nea Dimokratia mit 131 Abgeordneten, PASOK mit 49 Abgeordneten, Ellinikí Lýsi mit 30 Abgeordneten, Plefsi Eleftherias mit 28 Abgeordneten, Kommounistikó mit 25 Abgeordneten, SYRIZA mit 16 Abgeordneten, Foní Logikís mit 11 Abgeordneten und MeRA25 mit 10 Abgeordneten.
Das griechische Parlament (Vouli ton Ellinon] besteht aus 300 Abgeordneten, die für eine vierjährige Amtszeit gewählt werden. Griechenland nutzt ein verstärktes Verhältniswahlrecht. Das bedeutet, dass der Großteil der Sitze proportional vergeben wird, die stärkste Partei jedoch unter bestimmten Bedingungen einen Sitzbonus (Bonus-System] erhält. Dieser Bonus ist degressiv gestaltet und hilft der siegreichen Partei, eine absolute Mehrheit der Sitze zu erreichen, um eine stabile Einparteienregierung zu bilden. Die Wähler geben ihre Stimme für Parteilisten ab, können aber durch Kreuzchen neben den Namen der Kandidaten (Präferenzstimmen] mitbestimmen, wer die Mandate der Partei besetzt.
Damit eine politische Partei in das griechische Parlament einziehen kann, muss sie eine landesweite Sperrklausel von 3% der gültigen Stimmen überspringen. Diese Hürde gilt sowohl für einzelne Parteien als auch für Parteienbündnisse. Parteien, die unter dieser Schwelle bleiben, werden bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt. Die Stimmen für Parteien unterhalb der 3%-Hürde werden bei der Berechnung der Mandate für die qualifizierten Parteien proportional umgelegt, was die Bildung parlamentarischer Mehrheiten zusätzlich erleichtert.
Die Regierungsbildung in Griechenland folgt dem Ziel der Stabilität. Der Präsident der Republik erteilt dem Führer der Partei mit den meisten Sitzen das Mandat zur Regierungsbildung. Dank des Bonus-Systems ist es in Griechenland häufiger als in anderen europäischen Ländern möglich, dass eine Partei allein regiert. Reichen die Sitze nicht für eine absolute Mehrheit (151 von 300 Sitzen], werden explorative Mandate an die zweit- und drittstärksten Parteien vergeben, um Koalitionsmöglichkeiten zu prüfen. Scheitern alle Versuche, werden Neuwahlen angesetzt, die oft unter einem Wahlsystem stattfinden, das die Mehrheitsbildung begünstigt.
Im PolitPro Score für Institute bewerten wir die Zuverlässigkeit von Umfrageinstituten basierend auf ihrer Genauigkeit bei Wahlen sowie der Abweichung vom Wahltrend. Starke Abweichungen der Werte von Parteien im Vergleich zum Wahltrend sorgen für Abzüge, da sie auf Bevorzugungen oder Benachteiligungen von Parteien hinweisen können. Der Score hat einen Maximalwert von 100.
Es gibt freie Wahlen, doch die Kontrolle der Regierung und der Rechtsstaat sind begrenzt.
Griechenland erreicht im PolitPro Demokratie Score 65 von 100 Punkten.
In den letzten 10 Jahren hat sich der Demokratie Score stark verschlechtert.
Der PolitPro Demokratie Score bewertet verschiedene Aspekte der Demokratie auf Basis wissenschaftlicher Daten des Projekts Varieties of Democracy (V-Dem). Das internationale Forschungsprojekt wird federführend von der Universität Göteborg (Schweden) und der University of Notre Dame (USA) geleitet. Mehr als 3.500 Expertinnen und Experten bewerten dabei die demokratische Qualität ihrer Länder nach standardisierten Kriterien. PolitPro kombiniert und erweitert diese Daten, um sie verständlich und vergleichbar darzustellen. Der Score reicht von 0 bis 100 Punkten.
Das Parlament wählt die Regierung, der Präsident hat meist nur repräsentative Aufgaben.
Die Wahl wird in nur einer Runde entschieden.
Nach der Wahl werden die Abgeordneten in einer feierlichen Sitzung vereidigt. Der Ministerpräsident legt seinen Amtseid vor dem Präsidenten der Republik und in Anwesenheit des Erzbischofs von Athen ab (sofern kein religiöser Verzicht erklärt wird]. Innerhalb von 15 Tagen nach der Ernennung muss die neue Regierung dem Parlament ihr Programm vorstellen und die Vertrauensfrage stellen. Ein besonderes Merkmal nach der Wahl ist die Verteilung der Ministerposten, die in Griechenland oft sehr zentralistisch vom Ministerpräsidenten gesteuert wird.
Wahlberechtigt sind alle griechischen Staatsbürger, die im Jahr der Wahl das 17. Lebensjahr vollenden. In Griechenland besteht formal eine Wahlpflicht, deren Nichtbeachtung jedoch in der Praxis nicht mehr sanktioniert wird. Ein bedeutendes Merkmal ist die hohe politische Mobilisierung und die starke emotionale Bindung an politische Lager. Seit Kurzem gibt es verbesserte Möglichkeiten für die griechische Diaspora, ihre Stimme per Briefwahl aus dem Ausland abzugeben, was die Beteiligung der weltweit verstreuten griechischen Staatsbürger erhöht hat.
Europas Staatenbund mit gemeinsamen Gesetzen, Binnenmarkt und Demokratiestandards.
Militärisches Verteidigungsbündnis zwischen Europa und Nordamerika
Organisation für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte in Europa.
Verband reicherer Länder zur Zusammenarbeit in Wirtschaft und Entwicklung.
Die nächste Parlamentswahl in Griechenland findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt. Bis dahin dienen aktuelle Wahlumfragen als wichtigstes Barometer für die politische Stimmung in Griechenland.
Forschungsdaten der Uni Göteborg zum Thema Demokratie. Unabhängige Politikexperten aus aller Welt bewerten politische Systeme nach wissenschaftlichen Kriterien.V-Dem – Varieties of Democracy
Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Jan Teorell, David Altman, Fabio Angiolillo, Michael Bernhard, Agnes Cornell, M. Steven Fish, Linnea Fox, Lisa Gastaldi, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Ana Good God, Allen Hicken, Katrin Kinzelbach, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Anja Neundorf, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Svend-Erik Skaaning, Jeffrey Staton, Aksel Sundström, Marcus Tannenberg, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, and Daniel Ziblatt. 2026. "V-Dem Codebook v16" Varieties of Democracy (V-Dem) Project.
Forschungsprojekt der Uni Göteborg. Internationale Politikwissenschaftler bewerten die politischen Grundhaltungen von Parteien weltweit auf Basis einheitlicher Kriterien.V-Party – Parties of the World Dataset
Staffan I. Lindberg, Nils D¨upont, Masaaki Higashijima, Yaman Berker Kavasoglu, Kyle L. Marquardt, Michael Bernhard, Holger D¨oring, Allen Hicken, Melis Laebens, Juraj Medzihorsky, Anja Neundorf, Ora John Reuter, Saskia Ruth–Lovell, Keith R. Weghorst, Nina Wiesehomeier, Joseph Wright, Nazifa Alizada, Paul Bederke, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Garry Hindle, Nina Ilchenko, Johannes von Römer, Steven Wilson, Daniel Pemstein, Brigitte Seim. 2022. Varieties of Party Identity and Organization (V–Party) Dataset V2. Varieties of Democracy (V–Dem) Project.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”