Aktuelle Regierung müsste zittern
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Lettland 50,0% der Sitze.
Um Parteien vergleichbar zu machen, zeigen wir mit den Symbolen die politische Ausrichtung einer Partei an. Die Kategorien dienen zur groben Einordnung für einen schnellen Überblick. Genauere Informationen zu den politischen Standpunkten findest du auf den Unterseiten der Parteien.
Wahlumfragen sind keine Vorhersagen, sondern Momentaufnahmen mit statistischen Schwankungen. Um ein realistisches Bild zu erhalten, simulieren wir täglich 100.000 Wahlausgänge auf Basis des PolitPro Wahltrends im „Monte-Carlo-Verfahren“. Dabei berechnen wir typische Wählerwanderungen und politische Trends mit ein. Unser Algorithmus testet verschiedenste Szenarien – von kleinen Verschiebungen im Lager bis hin zu politischen Überraschungen – um die tatsächlichen Erfolgschancen der Parteien und Koalitionen zu ermitteln.
Im aktuellen Wahltrend erreichen die Regierungsparteien in Lettland 50,0% der Sitze.
+6,2 Zuwachs in den letzten 90 Tagen
-6,6 Verlust in den letzten 90 Tagen
Die nächste Parlamentswahl in Lettland findet in 142 Tagen statt.
Spitzenreiter im aktuellen PolitPro Wahltrend zur Saeima-Wahl in Lettland ist LPV mit 14,4%. Dahinter folgen Progresīvie mit 13,4%, Jaunā Vienotība mit 10,1%, Nacionālā Apvienība mit 9,9%, Apvienotais saraksts (LZP/LRA/LP) mit 9,2%, SV mit 8,1%, Mēs mainām noteikumus mit 6,2%, ZZS mit 6,2%, Stabilitātei! mit 3,2%, Latvijas attīstībai mit 3,1%, SDPS mit 3,1%, Apvienība Jaunlatvieši mit 1,9%, K mit 1,2%, Jaunā konservatīvā partija mit 1,1% und LKS mit 1,1%. Sonstige Parteien erreichen 7,8% der Stimmen.
Mit 50,0% der Sitze im Wahltrend steht die Mehrheit der aktuellen Regierung in Lettland auf Messers Schneide. Wäre heute Parlamentswahl in Lettland, könnten bereits geringe Schwankungen oder die Fehlertoleranz der Institute darüber entscheiden, ob Jaunā Vienotība, ZZS und Progresīvie die nötige parlamentarische Mehrheit knapp halten oder abgeben müssen.
Der PolitPro Wahltrend ist mehr als eine bloße Momentaufnahme. Wir aggregieren die Daten aller relevanten Umfrageinstitute zu einem gewichteten Mittelwert für die Wahl in Lettland. Da die klassische Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“) methodisch bedingt schwankt, bietet unser Wahltrend eine statistisch belastbare Datenbasis. Er glättet kurzfristige Ausreißer und macht die reale politische Dynamik im Zeitverlauf sichtbar.
Durch die Kombination mehrerer Datenquellen minimieren wir das Risiko von Zufallseffekten. Jede Erhebung unterliegt einer statistischen Fehlertoleranz (meist zwischen 1,5 % und 3 %). Unser Umfragen-Check für Lettland zeigt präzise auf, ob der Zuwachs einer Partei eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder lediglich im Bereich der statistischen Unschärfe eines einzelnen Instituts liegt.
Die Berechnung folgt einem transparenten mathematischen Modell: Aktuelle Umfragen erhalten eine höhere Gewichtung als ältere Daten. Zudem fließt die historische Prognosegüte der Institute in die Kalkulation ein, um methodische Verzerrungen auszugleichen. Das Ergebnis ist eine valide Trendlinie, die das Parteiensystem Lettlands präzise abbildet.
Die Sperrklausel zur Wahl in Lettland liegt bei 5%.
Basierend auf dem Wahltrend würden 8 Parteien in die lettische Saeima einziehen: LPV mit 19 Abgeordneten, Progresīvie mit 17 Abgeordneten, Jaunā Vienotība mit 13 Abgeordneten, Nacionālā Apvienība mit 13 Abgeordneten, Apvienotais saraksts (LZP/LRA/LP) mit 12 Abgeordneten, SV mit 10 Abgeordneten, Mēs mainām noteikumus mit 8 Abgeordneten und ZZS mit 8 Abgeordneten.
Die Saeima, das Parlament der Republik Lettland, besteht aus 100 Abgeordneten, die für eine vierjährige Amtszeit gewählt werden. Das Wahlsystem ist ein Verhältniswahlrecht mit offenen Listen in fünf Wahlkreisen (Riga, Vidzeme, Latgale, Kurzeme und Zemgale]. Eine Besonderheit in Lettland ist das flexible Listensystem: Wähler können Kandidaten auf dem Stimmzettel besonders unterstützen, indem sie ein Plus-Zeichen setzen, oder ihre Ablehnung ausdrücken, indem sie Namen streichen. Dies führt dazu, dass die endgültige Reihenfolge der gewählten Abgeordneten stark vom direkten Wählerwillen und nicht nur von der Parteivorgabe abhängt.
Für den Einzug in die Saeima gilt in Lettland eine landesweite Sperrklausel von 5%. Nur Parteien oder Wahlbündnisse, die mindestens 5% der insgesamt abgegebenen Stimmen (einschließlich der Stimmen im Ausland] erreichen, nehmen an der Sitzverteilung teil. Die Mandate werden innerhalb der fünf Wahlkreise nach dem Sainte-Laguë-Verfahren berechnet. Diese Hürde dient der Stabilität des oft fragmentierten Parteiensystems und soll sicherstellen, dass nur Kräfte mit einer nennenswerten nationalen Unterstützung im Parlament vertreten sind.
Da Lettland ein parlamentarisches System mit vielen Parteien hat, sind Koalitionsregierungen die Regel. Nach der Wahl ernennt der Staatspräsident einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, der dann versucht, eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden. Ein Kabinett benötigt für seine Arbeit die formale Bestätigung durch eine Vertrauensabstimmung in der Saeima. Aufgrund der politischen Vielfalt bestehen lettische Koalitionen oft aus drei oder mehr Parteien, wobei die Verhandlungen häufig von Themen wie der nationalen Sicherheit, der Wirtschaftspolitik und dem Verhältnis zur russischsprachigen Minderheit geprägt sind.
Im PolitPro Score für Institute bewerten wir die Zuverlässigkeit von Umfrageinstituten basierend auf ihrer Genauigkeit bei Wahlen sowie der Abweichung vom Wahltrend. Starke Abweichungen der Werte von Parteien im Vergleich zum Wahltrend sorgen für Abzüge, da sie auf Bevorzugungen oder Benachteiligungen von Parteien hinweisen können. Der Score hat einen Maximalwert von 100.
Es gibt freie Wahlen, unabhängige Institutionen und umfassende politische Rechte.
Lettland erreicht im PolitPro Demokratie Score 76 von 100 Punkten.
In den letzten 10 Jahren hat sich der Demokratie Score etwas verschlechtert.
Der PolitPro Demokratie Score bewertet verschiedene Aspekte der Demokratie auf Basis wissenschaftlicher Daten des Projekts Varieties of Democracy (V-Dem). Das internationale Forschungsprojekt wird federführend von der Universität Göteborg (Schweden) und der University of Notre Dame (USA) geleitet. Mehr als 3.500 Expertinnen und Experten bewerten dabei die demokratische Qualität ihrer Länder nach standardisierten Kriterien. PolitPro kombiniert und erweitert diese Daten, um sie verständlich und vergleichbar darzustellen. Der Score reicht von 0 bis 100 Punkten.
Das Parlament wählt die Regierung, der Präsident hat meist nur repräsentative Aufgaben.
Die Wahl wird in nur einer Runde entschieden.
Nach der Wahl tritt die neue Saeima traditionell am ersten Dienstag im November zu ihrer ersten Sitzung zusammen. In dieser Sitzung legen die Abgeordneten ihren Amtseid ab und wählen das Präsidium sowie den Parlamentssprecher. Der wichtigste Prozess nach der Wahl ist die Bildung der neuen Exekutive. Sollte die Saeima der vorgeschlagenen Regierung das Vertrauen verweigern oder ist das Parlament über längere Zeit handlungsunfähig, hat der Staatspräsident unter bestimmten Bedingungen das Recht, die Auflösung des Parlaments vorzuschlagen, worüber das Volk in einem Referendum entscheidet.
Wahlberechtigt sind alle lettischen Staatsbürger ab 18 Jahren. Eine Besonderheit der lettischen Demografie ist die Gruppe der sogenannten „Nichtbürger“, die zwar dauerhaft im Land leben, aber kein Wahlrecht für die Saeima besitzen. Die Wahlbeteiligung lag in den letzten Jahren meist zwischen 55% und 65%. Ein wichtiger Aspekt des lettischen Wahlrechts ist die Flexibilität am Wahltag: Bürger können ihre Stimme in jedem beliebigen Wahllokal des Landes oder in zahlreichen Wahllokalen im Ausland abgeben, da die Stimmabgabe traditionell durch einen Stempel im Reisepass (oder heute digital] registriert wird.
Europas Staatenbund mit gemeinsamen Gesetzen, Binnenmarkt und Demokratiestandards.
Militärisches Verteidigungsbündnis zwischen Europa und Nordamerika
Organisation für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte in Europa.
Verband reicherer Länder zur Zusammenarbeit in Wirtschaft und Entwicklung.
Die nächste Parlamentswahl in Lettland findet am 3. Oktober 2026 statt. In den nächsten 142 Tagen ist also damit zu rechnen, dass es regelmäßig neue Sonntagsfragen und Umfragewerte geben wird.
Forschungsdaten der Uni Göteborg zum Thema Demokratie. Unabhängige Politikexperten aus aller Welt bewerten politische Systeme nach wissenschaftlichen Kriterien.V-Dem – Varieties of Democracy
Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Jan Teorell, David Altman, Fabio Angiolillo, Michael Bernhard, Agnes Cornell, M. Steven Fish, Linnea Fox, Lisa Gastaldi, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Ana Good God, Allen Hicken, Katrin Kinzelbach, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Anja Neundorf, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Svend-Erik Skaaning, Jeffrey Staton, Aksel Sundström, Marcus Tannenberg, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, and Daniel Ziblatt. 2026. "V-Dem Codebook v16" Varieties of Democracy (V-Dem) Project.
Forschungsprojekt der Uni Göteborg. Internationale Politikwissenschaftler bewerten die politischen Grundhaltungen von Parteien weltweit auf Basis einheitlicher Kriterien.V-Party – Parties of the World Dataset
Staffan I. Lindberg, Nils D¨upont, Masaaki Higashijima, Yaman Berker Kavasoglu, Kyle L. Marquardt, Michael Bernhard, Holger D¨oring, Allen Hicken, Melis Laebens, Juraj Medzihorsky, Anja Neundorf, Ora John Reuter, Saskia Ruth–Lovell, Keith R. Weghorst, Nina Wiesehomeier, Joseph Wright, Nazifa Alizada, Paul Bederke, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Garry Hindle, Nina Ilchenko, Johannes von Römer, Steven Wilson, Daniel Pemstein, Brigitte Seim. 2022. Varieties of Party Identity and Organization (V–Party) Dataset V2. Varieties of Democracy (V–Dem) Project.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”