EDU/UDF im Überblick

Flagge von Schweiz

Eidgenössisch-Demokratische Union

Eidgenössisch-Demokratische Union

Politische Ausrichtung
Konservativ
Sozial
Markt
Progressiv
Haltung zur EU
Anti-EU
Pro-EU
Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) ist eine wertkonservative, christlich-fundamentalistische Partei in der Schweiz. Sie versteht sich als politisches Sprachrohr für Bürger, die staatliches Handeln konsequent an biblischen Prinzipien und einem traditionellen Familienbild ausrichten wollen.

Werte und Weltanschauung

Das Fundament der EDU bildet ein theozentrisches Weltbild. Die Partei sieht die Bibel nicht nur als private Richtschnur, sondern als verbindliche Grundlage für das Gemeinwesen und die Gesetzgebung. Daraus leitet sich ein Menschenbild ab, das Eigenverantwortung betont, aber strikt in göttliche Schöpfungsordnungen eingebettet ist. Die Bewahrung der Schöpfung, der Schutz des ungeborenen Lebens und die Ablehnung moralischer Liberalisierung prägen ihr Verständnis von Nation und Gesellschaft. Der Staat hat in dieser Logik die Aufgabe, christliche Werte zu schützen und die Autonomie der traditionellen Familie zu wahren.

Politische Schwerpunkte

Die politische Agenda der EDU konzentriert sich auf eine kompromisslose christlich-ethische Linie. Zu den Kernforderungen gehören der Kampf gegen Abtreibung und Sterbehilfe sowie die Ablehnung der Ehe für alle. Wirtschaftspolitisch vertritt die Partei eher bürgerlich-liberale Positionen, fordert Steuersenkungen und einen schlanken Staat, verknüpft dies jedoch mit einem starken Fokus auf Landwirtschaft und nationale Souveränität. Ihre Zielgruppe sind gläubige Christen verschiedener Denominationen sowie konservative Kreise, die eine schleichende Säkularisierung der Gesellschaft ablehnen und einen EU-Beitritt sowie internationale Verflechtungen strikt ablehnen.

Rolle im politischen System

Im politischen System der Schweiz agiert die EDU als ideologische Nischenpartei mit hoher Mobilisierungskraft in moralethischen Fragen. Strategisch nutzt sie intensiv die Instrumente der direkten Demokratie, insbesondere das Referendum, um gesellschaftspolitische Reformen zu verzögern oder zur Grundsatzdebatte zu zwingen. Obwohl sie punktuell mit der SVP kooperiert, bewahrt sie ihre Eigenständigkeit durch die Priorisierung religiöser Dogmen vor rein pragmatischer Machtpolitik. Ihr Verhältnis zu staatlichen Institutionen ist von der Überzeugung geprägt, dass menschliches Recht dem göttlichen Recht untergeordnet sein muss, was sie oft in eine fundamentale Opposition zum liberalen Zeitgeist bringt.

Themenschwerpunkte und ideologische Einordnung

Der Chart zeigt, welche Themen für die Partei besonders wichtig sind. Je weiter außen ein Punkt liegt, desto höher ist die Bedeutung.

Standpunkte und politische Kernforderungen

Standpunkt 2024
Standpunkt 2019

Wirtschaft & Staat

Sollten Einkommen und Vermögen umverteilt werden?
Pro Umverteilung
Gegen Umverteilung
Wie sollte der Staat mit freiem Budget umgehen?
Investieren
Schulden abbauen und Steuern senken
Sollte die lokale Wirtschaft geschützt werden?
Freier Welthandel
Schutz der lokalen Wirtschaft

Gesellschaft & Werte

Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?
Maximale Freiheit
Sicherheit
Sollte die Gleichstellung von Frauen gefördert werden?
Pro Förderung
Gegen Förderung
Sollte die Gleichstellung von LGBTQ+ gefördert werden?
Pro Förderung
Gegen Förderung
Sollte die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt sein?
Dafür
Dagegen
Welche Rolle sollten Religionen in der Politik spielen?
Trennung von Kirche und Staat
Enge Verknüpfung von Kirche und Staat
Sollte die Politik auf Stadt oder Land ausgerichtet sein?
Fokus auf Städte
Fokus auf ländliche Gebiete

Umwelt & Globalisierung

Was ist wichtiger: Umweltschutz oder Wirtschaft?
Umweltschutz wichtiger als Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum wichtiger als Umweltschutz
Was ist wichtiger: Klimaschutz oder Wirtschaft?
Klimaschutz wichtiger als Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum wichtiger als Klimaschutz

Migration & Integration

Wie sollte Einwanderungspolitik geregelt werden?
Weltoffen
Streng
Wie sollte Integration von Immigranten gestaltet werden?
Multikulturelle Gesellschaft
Homogene Gesellschaft
Sollten ethnische Minderheiten mehr Rechte erhalten?
Mehr Rechte
Weniger Rechte
Welche Rolle sollten Nationalstaaten spielen?
Offene Welt ohne Grenzen
Starke Nationalstaaten

Demokratie & Institutionen

Wie sollte Macht verteilt sein?
Verteilte Macht
Starker Herrscher/Anführer
Wie unabhängig sollte die Justiz sein?
Vollständig unabhängig
Abhängig von Regierung
Wie sollte der Staat organisiert sein: Zentral oder föderal?
Föderalismus
Zentralisierung

Historische Wahlergebnisse

EDU/UDF: Entwicklung der Wahlergebnisse in Schweiz

Chronik der Regierungsbeteiligungen seit 1945

Kontinuität der Macht: Historische Regierungsrollen
Regierung angeführt
In der Regierung
0

Kabinette insgesamt

Gesamtdauer: -

0

Geführte Kabinette

Gesamtdauer: -

0

Koalitionsbeteiligungen

Gesamtdauer: -

0%

Gesamtanteil an der Regierungszeit

In 0% der möglichen Regierungszeit war die Partei an der Regierung beteiligt.

Bisher keine Regierungsbeteiligungen

Quellen der Daten und Infos

PolitPro

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ParlGov – Parliamentary Democracy Data

Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.

Mehr

Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.

CHES – Chapel Hill Expert Survey

Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.

Mehr

Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”