Mouvement Citoyens Genevois
Genfer Bürgerbewegung
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Das Fundament des MCG ist ein ausgeprägter Lokalpatriotismus, gepaart mit einer tiefen Skepsis gegenüber externen Einflüssen. Die Partei versteht sich als Sprachrohr der "kleinen Leute" gegen eine vermeintlich abgehobene politische Elite. Ihr Weltbild ist von einem ökonomischen und sozialen Protektionismus geprägt: Der Kanton Genf wird als schützenswerter Lebensraum betrachtet, dessen Ressourcen und Arbeitsmarkt vorrangig den ansässigen Bürgern vorbehalten sein sollten. Diese Identität speist sich aus der besonderen geografischen Lage Genfs als Enklave, was zu einer defensiven Haltung gegenüber Grenzgängern und internationalen Verträgen führt.
Die Agenda des MCG konzentriert sich radikal auf den heimischen Arbeitsmarkt und die soziale Sicherheit. Kernforderung ist die "Preference cantonale" – die systematische Bevorzugung von Genfer Einwohnern bei der Jobsuche, um die Konkurrenz durch Pendler aus Frankreich zu verringern. Die Partei adressiert vor allem die lokale Arbeitnehmerschaft und Rentner, die sich durch Globalisierung und Zuwanderung unter Druck gesetzt fühlen. Neben der Arbeitsmarktpolitik setzt sie auf Law-and-Order-Themen, eine restriktive Migrationspolitik und den Ausbau der Infrastruktur, solange diese primär den Anwohnern und nicht dem Transitverkehr dient.
Strategisch agiert das MCG als Protestbewegung, die das politische Establishment des Kantons herausfordert. Sie nutzt die Instrumente der direkten Demokratie virtuos, um populäre, oft polarisierende Themen auf die Agenda zu setzen. In der politischen Landschaft der Schweiz nimmt sie eine Sonderrolle ein: Während sie national oft mit der SVP flirtet, bewahrt sie sich lokal eine eigenständige, weniger ideologisch-konservative und eher populistisch-soziale Note. Ihr Verhältnis zum Rechtsstaat ist durch eine Akzeptanz der Institutionen geprägt, wobei sie jedoch konsequent die Grenzen des völkerrechtlich Möglichen austestet, um lokale Privilegien zu sichern.
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In 0% der möglichen Regierungszeit war die Partei an der Regierung beteiligt.
Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.ParlGov – Parliamentary Democracy Data
Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.
Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.CHES – Chapel Hill Expert Survey
Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”