ZZS im Überblick

Flagge von Lettland

Zaļo un Zemnieku savienība

Bündnis der Grünen und Bauern

Bauernpartei

Mitte-rechts/Umwelt & Klima

Flagge von EU-Parlament

Greens

Fraktion im EU Parlament

Politische Ausrichtung
Konservativ
Sozial
Markt
Progressiv
Haltung zur EU
Anti-EU
Pro-EU
Die Zaļo un Zemnieku savienība (ZZS) ist ein mitte-rechts orientiertes Bündnis in Lettland, das agrarisch-konservative Interessen mit grünem Protektionismus verbindet. Sie gilt als pragmatische Kraft, die traditionelle ländliche Werte und die wirtschaftliche Souveränität Lettlands betont.

Werte und Weltanschauung

Das Fundament der ZZS ruht auf zwei Säulen: dem Erhalt der bäuerlichen Lebensweise und einer ökologisch unterlegten Heimatliebe. Ihr Weltbild ist stark von einem nostalgischen Patriotismus geprägt, der das Landleben als moralisches Zentrum der Nation sieht. Der Staat wird hierbei weniger als progressiver Gestalter, sondern als Schutzmacht für lokale Identität und nationale Ressourcen verstanden. Im Gegensatz zu westeuropäischen grünen Parteien ist ihre Ideologie eher konservativ-bewahrend als gesellschaftsliberal.

Politische Schwerpunkte

Die Agenda der ZZS richtet sich primär an die ländliche Bevölkerung, Landwirte und kleine Gewerbetreibende außerhalb der Metropole Riga. Sie fordert massive Unterstützung für den Agrarsektor, den Schutz lettischer Agrarflächen vor ausländischen Investoren und eine restriktive Fiskalpolitik. In der Sozialpolitik gibt sie sich traditionell, während sie in der Wirtschaftspolitik auf einen starken Nationalstaat setzt, der heimische Produzenten bevorzugt. Sie besetzt die Nische derer, die sich vom rasanten Modernisierungskurs der liberalen urbanen Eliten abgehängt fühlen.

Rolle im politischen System

Im politischen System Lettlands agiert die ZZS als klassische Scharnierpartei mit hoher Regierungsaffinität. Ihre Strategie ist von einem ausgeprägten Pragmatismus geprägt, der sie für verschiedenste Koalitionen anschlussfähig macht. Dennoch steht sie aufgrund ihrer Nähe zu einflussreichen lokalen Akteuren und wirtschaftlichen Interessengruppen immer wieder in der Kritik hinsichtlich der Transparenz ihrer Entscheidungswege. Trotz dieser Spannungsfelder bleibt sie ein stabiler Ankerpunkt für Wähler, die Kontinuität und eine starke Interessenvertretung der Regionen fordern.

Themenschwerpunkte und ideologische Einordnung

Der Chart zeigt, welche Themen für die Partei besonders wichtig sind. Je weiter außen ein Punkt liegt, desto höher ist die Bedeutung.

Standpunkte und politische Kernforderungen

Standpunkt 2024
Standpunkt 2019

Wirtschaft & Staat

Sollten Einkommen und Vermögen umverteilt werden?
Pro Umverteilung
Gegen Umverteilung
Wie sollte der Staat mit freiem Budget umgehen?
Investieren
Schulden abbauen und Steuern senken
Sollte die lokale Wirtschaft geschützt werden?
Freier Welthandel
Schutz der lokalen Wirtschaft

Gesellschaft & Werte

Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?
Maximale Freiheit
Sicherheit
Sollte die Gleichstellung von Frauen gefördert werden?
Pro Förderung
Gegen Förderung
Sollte die Gleichstellung von LGBTQ+ gefördert werden?
Pro Förderung
Gegen Förderung
Sollte die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt sein?
Dafür
Dagegen
Welche Rolle sollten Religionen in der Politik spielen?
Trennung von Kirche und Staat
Enge Verknüpfung von Kirche und Staat
Sollte die Politik auf Stadt oder Land ausgerichtet sein?
Fokus auf Städte
Fokus auf ländliche Gebiete

Umwelt & Globalisierung

Was ist wichtiger: Umweltschutz oder Wirtschaft?
Umweltschutz wichtiger als Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum wichtiger als Umweltschutz
Was ist wichtiger: Klimaschutz oder Wirtschaft?
Klimaschutz wichtiger als Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum wichtiger als Klimaschutz

Migration & Integration

Wie sollte Einwanderungspolitik geregelt werden?
Weltoffen
Streng
Wie sollte Integration von Immigranten gestaltet werden?
Multikulturelle Gesellschaft
Homogene Gesellschaft
Sollten ethnische Minderheiten mehr Rechte erhalten?
Mehr Rechte
Weniger Rechte
Welche Rolle sollten Nationalstaaten spielen?
Offene Welt ohne Grenzen
Starke Nationalstaaten

Demokratie & Institutionen

Wie sollte Macht verteilt sein?
Verteilte Macht
Starker Herrscher/Anführer
Wie unabhängig sollte die Justiz sein?
Vollständig unabhängig
Abhängig von Regierung
Wie sollte der Staat organisiert sein: Zentral oder föderal?
Föderalismus
Zentralisierung

Historische Wahlergebnisse

ZZS: Entwicklung der Wahlergebnisse in Lettland

Chronik der Regierungsbeteiligungen seit 1945

Kontinuität der Macht: Historische Regierungsrollen
Regierung angeführt
In der Regierung
13

Kabinette insgesamt

Gesamtdauer: 17 Jahre • 4 Monate • 5 Tage

2

Geführte Kabinette

Gesamtdauer: 4 Jahre • 1 Tag

11

Koalitionsbeteiligungen

Gesamtdauer: 13 Jahre • 4 Monate • 4 Tage

45%

Gesamtanteil an der Regierungszeit

In 45% der möglichen Regierungszeit war die Partei an der Regierung beteiligt.

Siliņa
2023
JV
ZZS
P
Kucinskis I
2016
ZZS
TB/LNNK
V
Straujuma II
2014
ZZS
TB/LNNK
V
Straujuma I
2014
ZRP
V
TB/LNNK
ZZS
Dombrovskis III
2010
V
ZZS
Dombrovskis II
2010
JL
ZZS
TB/LNNK
PS
Dombrovskis I
2009
TP
JL
ZZS
TB/LNNK
PS
Godmanis II
2007
TP
ZZS
LPP/LC
TB/LNNK
Kalvitis III
2006
TP
ZZS
LPP/LC
TB/LNNK
Kalvitis II
2006
TP
ZZS
LPP
Kalvitis I
2004
JL
TP
ZZS
LPP
Emsis
2004
TP
ZZS
LPP
Repse
2002
JL
ZZS
LPP
TB/LNNK

Quellen der Daten und Infos

PolitPro

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ParlGov – Parliamentary Democracy Data

Langjährige Forschungsdaten der Uni Bremen. Dokumentiert Parteien und Regierungen für politische Vergleiche.

Mehr

Döring, Holger and Philip Manow. 2024. Parliaments and governments database (ParlGov): Information on parties, elections and cabinets in established democracies.

CHES – Chapel Hill Expert Survey

Europas wichtigste Expertenbefragung zu Parteipositionen. Mehr als 400 Politikwissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren Parteienpositionen auf Basis wissenschaftlicher Kriterien.

Mehr

Rovny, Jan, Ryan Bakker, Liesbet Hooghe, Seth Jolly, Gary Marks, Jonathan Polk, Marco Steenbergen, and Milada Vachudova. “25 Years of Political Party Positions in Europe: The Chapel Hill Expert Survey, 1999-2024,”